Mir ist mal wieder ein neues Gadget ins Haus geflattert, das LG Chocolate und nach einer Woche im Alltagsbetrieb hier ein kleiner Bericht dazu:

Das LG Chocolate [1] Sliderhandy wartet mit MP3-Player, 1.3 Megapixelkamera und einem 262.144-Farben-Display auf. Zudem hält es eine Weltneuheit bereit - ein Touchpad für Handys!

Das LG Chocolate ist mit 14.4 mm eines der flachsten Handys auf dem Markt. Es lässt zwar keine Speichererweiterung zu, doch die enthaltenen 128 MB Speicher bieten relativ viel Platz für MP3s, Fotos und Nachrichten.
Es fällt vor allem durch seine neuartige Benutzeroberfläche auf, die normale Softkeys zur Navigation ersetzt... Berührt man das Touchpad, tauchen aus dem Nichts Navigationsfeld und Display auf. Seine leuchtend rote Farbe sticht sofort ins Auge und brachten dem Handy zwei wichtige Design-Preise ein: Den iF Design Award und den Red dot Design Award.
Wer also eine Alternative zum ebenfalls sehr stylischen Motorola Razr sucht, könnte beim LG KG800 fündig werden. Allerdings ist das hochglänzende Kunststoffgehäuse relativ empfindlich und sollte eigtl. nur im mitgelieferten Lederbeutel transportiert werden. Aber das kennt man ja auch schon von Apples iPOD Nano. Prinzipiell gefällt mir die Bedienung über das Touchpad ganz gut auch wenn es manchmal etwas zu leicht reagiert. Die normale Zifferntastatur, die erst nach dem Aufschieben zugänglich ist lässt sich auch gut bedienen und verfügt über ausreichend große Tasten. Das finde ich relativ wichtig, denn ich hatte schon einige Handys in der Hand deren Tasten einfach viel zu klein sind um vernünftig SMS zu schreiben oder Nummern einzugeben. Leider sind die Zifferntasten nicht beleuchtet was ein Tippen im Dunkeln ziemlich erschwert. Da gibt es derzeit für mich nichts besseres, als die Tastatur der Motorola Razr Reihe.
Lieferumfang:

In der sehr aufwendigen, edlen Verpackung, die ein wenig nach hochwertiger Pralinenschachtel aussieht, findet sich:
- LG Chocolate (KG800)
- Akku (Li-ion 800 mAh) (dient gleichzeitig als Backcover)
- Datenkakel (USB)
- Ladekabel
- Software-CD (Mini-CD, könnte in manchen Laufwerken zu Problemen führen)
- Div. Anleitungen
- Lederbeutel
- Stereo-Headset mit MP3-Player Fernbedienung
- LG-Anhänger (der gleichzeitig als Display-Reiniger fungiert)

Technik:
Das Chocolate ist ein Triband Gerät (GSM 900/1800/1900), verfügt über ein Display mit einer Auflösung von 176x220 Pixel bei 262k Farben, eine 1.3 Megapixel-Kamera, MP3-Player, Bluetooth (V1.2), E-Mail, 128MB dynamischen Speicher und USB Mass Storage Funktionalität. Das Betriebsystem ist eine Eigenentwicklung von LG.
Grösse: 95x48x15mm
Gewicht: 83g
Standby: bis zu 200 Std.
Sprechzeit bis zu 3,3 Std.
Unterstützte Audioformate (MP3-Player): MP3, WMA, AAC, AAC+, AAC++, allerdings keine Verzeichnisse
Klingeltöne: MP3 und 64 stimmige polyphone MIDI Klänge
Bedienung/Funktion:

Das Menü ist im ist im klassischen 4x3 Design gehalten. Auf der obersten Ebene befinden sich 12 Menüeinträge. Ab der zweiten Menüebene gibt es allerdings nur noch Text zu lesen, keinerlei Icons oder Animationen. Dafür sind alle Punkte auch direkt via Tastatur über Ziffern aufzurufen und lassen so eine recht schnelle Navigation durch die einzelnen Einträge zu. Zu jeder Aktivität werden passende und wählbare Systemsounds abgespielt, es lassen sich allerdings keine eigenen Sounds verwenden sondern nur die vorinstallierten.

Der MP-3 Player ist klanglich ganz gut und bietet eine nette Equalizer-Animation im Display. Über die mitgelieferten Kopfhörer kann man das LG als brauchbaren Player für zwischendurch verwenden, leider sind hier die 128MB Speicher die man nicht erweitern kann doch recht knapp bemessen. Da das LG selber nur einen Lautsprecher (kein Stereo) einbaut hat ist das Abhören ohne Kopfhörer trotz ordentlicher Lautstärke nicht brauchbar. Zum Abspielen von kleinen Videos (3GP) reicht es gerade noch aus. Diese können auch direkt über die Kamera in den Auflösungen 176x144 sowie 128x96 aufgenommen werden. Die Qualität kann auch hier zwischen normal, fein und super fein gewählt werden. Bei ausreichendem Licht kann man - für die Klasse angemessene - ordentliche Bilder in den Auflösungen von 1280x960, 640x480, 320x240, 1276x220, 72x72 (normal, fein, super fein). Aufnehmen. Es gibt unzählige Einstellmöglichkeiten vom Weissabgleich über Timerfunktion, 4-fach Digitalzoom und Bildeffekte, die ich allerdings bei der gebotenen Qualität als ziemlich überflüssig empfinde. Das ein gebaute Kameralicht bringt im Dunkeln nicht wirklich einen Vorteil, kann aber zur Not eine Taschenlampe zum finden des Türschlosses ersetzen.
Etwas störend und bei vielen Testern auch schon bemängelt ist die fehlende Einstellmöglichkeit der Lautstärke für den SMS Benachrichtigungston. Man kann zwar zwischen 4 verschiedenen Klängen wählen. Diese sind aber wenn man das Handy in der Tasche trägt absolut nicht wahrnehmbar. Bleibt also nur hierfür die Vibrationsfunktion einzustellen.

Als vorinstalliertes Spiel wird das derzeit ziemlich angesagte Sudoku mitgeliefert, naja wem es gefällt. Das einzig brauchbare Spielehandy ist nach wie vor das Ngage von Nokia und ansonsten hat man ja eine PSP oder einen PocketPC.
Das wichtigste ist für mich die Möglichkeit Kontakte zu verwalten und z.B. mit Outlook zu synchronisieren. Mit der mitgelieferten Sync-Software funktioniert dies prinzipiell auch, allerdings ist diese ziemlich unkomfortabel. Kontakte sind auf 1000, Termine und Notizen auf jeweils 20 beschränkt. Das macht für meinen Geschmack bei 128MB Speicher irgendwie keinen Sinn. Bei den Kontakten lassen sich nur die Telefonnummern, E-Mail-Adresse und Gruppe abgleichen. Das ist zwar besser als z.B. beim Motorola Razr, das für jede Nummer einen eigenen Eintrag anlegt, aber doch deutlich schlechter als bei vielen Nokia oder Sda-Handys bei denen sich der nahezu komplette Outlook-Eintrag übernehmen lässt. Mit der LG Contents Bank, dem zweiten Software Tool lassen sich Bilder und Klingeltöne übertragen. Für beide Syncfunktionen muss man vorher unter Menü-Einstellungen-Verbindung die PC-Sync. SW Funktion aktivieren, sonst meldet sich das LG als USB-Speicherstick am Rechner an. Im Ordner „My Media“ hat man dann direkten Zugriff auf Musik, Fotos und Videos. Dazu gibt es noch einen „Others“-Ordner in dem man eigene Bilder in den Formaten JPEG, GIF, WBMP, PNG übertragen kann.(max 460KB), diese lassen sich dann unter EigeneDateien-Andere anzeigen. Ebenso kann man im Ordner Text Texte ablegen, die sich unter EigeneDateien-Texte darstellen lassen. Für meinen Geschmack alles etwas zu unübersichtlich. Java-Applikationen lassen sich offensichtlich nur Online herunterladen. Einen Weg .jar/.jad über den PC zu installieren habe ich nicht gefunden.
Das eingebaute T9 funktioniert für meine Verhältnisse ganz ordentlich SMS-Schnellschreiber werden aber wohl Probleme mit der etwas trägen Erkennung haben.
Nach nun einer Woche im Alltagseinsatz kann man das Handy für Normalanwender die Wert auf Design legen sicherlich empfehlen. Die Oberfäche und Menüs sind übersichtlich und die Bedienung macht Spass, mir fehlt aber auf jeden Fall eine komfortablere PC-Software, da bin ich von anderen Handys einfach zu verwöhnt. So vermisse ich auch die Möglichkeit meine SMS zu verwalten und zu speichern bzw. direkt vom PC versenden zu können. Da werde ich wohl derzeit lieber noch mein Razr weiterverwenden, das auch nicht so eine empfindliche Oberfläche hat. Ich hab mich beim Chocolate jedenfalls nicht getraut die Schutzfolien abzuziehen. Ein weiterer ausführlicher Testbericht findet sich unter [2]. Und das Nachfolge-Modell steht quasi auch schon vor der Tür [3], bleibt abzuwarten ob da die kleinen Mängel behoben werden.
Update: Mit Eingabe von 2945#*# kommt man ins System/Test-Menü und kann z.B. die Software/Firmware-Version abfragen. Unter lgchocolate.de [4] gibt es ein Userforum zum LG Chocolate.
[1] http://chocolate.lgmobile.com/
[2] http://consumingexperience.blogspot.com/2006/05/lg-chocolate-kg800-mobile-phone-review.html
[3] http://www.cyon.co.kr/good/product/product_view1.jsp?product_id=295&product_model=LG-KV6000
[4] http://www.lgchocolate.de/
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